So stehe ich in diesem Saal, der Event nennt sich Swissfundraising Day 2016, und beginne meinen Vortrag über Crowdfunding auf eigenen Plattformen. Wir schreiben den 23. Juni 2016, einen der heissesten Tage, seit der Dauerregen aufgehört hat und wir endlich der Sonne wieder ins Gesicht blinzeln dürfen. Zudem der Tag, an dem die UK über Brexit abstimmt. Hat zwar nichts zur Sache, verleitet mich aber zu einem Quentchen Humor, der dann doch nicht so richtig verstanden wird (macht nichts, solche Situationen liebe ich, vor allem weil damals noch niemand an den Brexit und die Populisten glaubte). Und dann starte ich meinen Spech, wie ich mir das vorgestellt habe, überraschend mit: „Sprechen wir über die Liebe!“
So erlaube ich mir die Frage: „Wer steckt denn in einer Beziehung“, einige strecken die Hand hoch. Empfinde es noch als zaghaft, und lasse dann alle „BejaherInnen“ aufstehen. Da ist plötzlich Leben im Saale. Und was ist das allerwichtigste an der Liebe? Vertrauen…
Das Crowdfunding auf einer eigenen Plattform schafft Vertrauen…
Gerade bei grossen, bekannten NGOs, ist es wichtig, dass wir die Marke auch nutzen, um Vertrauen zu erzeugen. Fremde Plattformen sind gerade in der Schweiz doch oft unbekannt. Oder dann bieten sie nur lausige Übersetzungen, das schafft kein Vertrauen. Zudem kommt ein oft unbekannter Prozentsatz, den man der Plattform abgeben muss. Und was passiert mit dem Geld, wenn das Ziel nicht erreicht wird? Kommt es trotzdem der Organisation zu gute? Oder zahlt es die Plattform zurück? Fragen, die Spender auf der Plattform oft nicht so schnell oder nur im Kleingedruckten beantwortet werden.
Steigern des LTV (Life time Value)
Da wir bei grossen Organisationen, ein grosses Potential auch bei den bestehenden Spendern haben, lassen sich mit Crowdfunding Massnahmen, optimal der Life Time Value stiegern, denn wir können ihnen noch einen konkreten Grund mehr geben zu spenden.
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser…
Dazu kommt, dass ich als FundraiserIn die Kontrolle über die eigene Aktion behalten möchte. Wenn ich das Ziel plötzlich nach oben korrigieren will, die Aktion noch verbessern. Auf der eigenen Plattform behalte ich die Flexibilität. Und ich kann, was wir ja alle lieben, testen, testen, testen…
Doch das ist alles nichts ohne gute Story!
Es nützt einem die beste Aktion nichts ohne gute Story. Selbst die Technik, ob auf eigener Plattform oder fremder, ist sekundär. Was wir brauchen sind gute Stories…
Wir können machen, was wir wollen - gutes Crowdfunding hängt von einer guten Story ab!
Dan Schaefler, Teamleader Crossmedia Communications & Stv. Marketing Director, Greenpeace Switzerland