Eigenes Crowdfunding oder die Sache mit der Liebe...

So stehe ich in diesem Saal, der Event nennt sich Swissfundraising Day 2016, und beginne meinen Vortrag über Crowdfunding auf eigenen Plattformen. Wir schreiben den 23. Juni 2016, einen der heissesten Tage, seit der Dauerregen aufgehört hat und wir endlich der Sonne wieder ins Gesicht blinzeln dürfen. Zudem der Tag, an dem die UK über Brexit abstimmt. Hat zwar nichts zur Sache, verleitet mich aber zu einem Quentchen Humor, der dann doch nicht so richtig verstanden wird (macht nichts, solche Situationen liebe ich, vor allem weil damals noch niemand an den Brexit und die Populisten glaubte). Und dann starte ich meinen Spech, wie ich mir das vorgestellt habe, überraschend mit: „Sprechen wir über die Liebe!“

So erlaube ich mir die Frage: „Wer steckt denn in einer Beziehung“, einige strecken die Hand hoch. Empfinde es noch als zaghaft, und lasse dann alle „BejaherInnen“ aufstehen. Da ist plötzlich Leben im Saale. Und was ist das allerwichtigste an der Liebe? Vertrauen…

Das Crowdfunding auf einer eigenen Plattform schafft Vertrauen…

Gerade bei grossen, bekannten NGOs, ist es wichtig, dass wir die Marke auch nutzen, um Vertrauen zu erzeugen. Fremde Plattformen sind gerade in der Schweiz doch oft unbekannt. Oder dann bieten sie nur lausige Übersetzungen, das schafft kein Vertrauen. Zudem kommt ein oft unbekannter Prozentsatz, den man der Plattform abgeben muss. Und was passiert mit dem Geld, wenn das Ziel nicht erreicht wird? Kommt es trotzdem der Organisation zu gute? Oder zahlt es die Plattform zurück? Fragen, die Spender auf der Plattform oft nicht so schnell oder nur im Kleingedruckten beantwortet werden.

Steigern des LTV (Life time Value)
Da wir bei grossen Organisationen, ein grosses Potential auch bei den bestehenden Spendern haben, lassen sich mit Crowdfunding Massnahmen, optimal der Life Time Value stiegern, denn wir können ihnen noch einen konkreten Grund mehr geben zu spenden.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser…
Dazu kommt, dass ich als FundraiserIn die Kontrolle über die eigene Aktion behalten möchte. Wenn ich das Ziel plötzlich nach oben korrigieren will, die Aktion noch verbessern. Auf der eigenen Plattform behalte ich die Flexibilität. Und ich kann, was wir ja alle lieben, testen, testen, testen…

Doch das ist alles nichts ohne gute Story!
Es nützt einem die beste Aktion nichts ohne gute Story. Selbst die Technik, ob auf eigener Plattform oder fremder, ist sekundär. Was wir brauchen sind gute Stories…

Wir können machen, was wir wollen - gutes Crowdfunding hängt von einer guten Story ab!

Dan Schaefler, Teamleader Crossmedia Communications & Stv. Marketing Director, Greenpeace Switzerland



Caesar oder fuckin' maybe...

Vielleicht ist es wieder mal an der Zeit einen Blog zu schreiben. Und ich frage mich, was denn unsere Entscheidungfreudigkeit bestimmt? Wer gut gelaunt ist, entscheidet schneller, sagen Bettina von Helversen und Rui Mata von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Hat die heutige Multioptionsgesellschaft Angst zu entscheiden? Es könnte ja immer die falschen Entscheidungen sein. Und doch, wenn man mal entschieden hat, fühlt man sich besser, eventuell sogar freier. Dieser Schritt über den Rubikon, befreit die Seele…

«Alea iacta est», soll Caesar 49 Jahre vor Christus gesagt haben, als er sich entschieden hat, gegen Rom zu ziehen, um die Macht zu ergreifen. Der Würfel ist gefallen - er hat entschieden! Und hat mit seinen Truppen den Rubikon Richtung Rom überquert, den kleinen Fluss in Norditalien.
Doch zurück zu unserem täglichen Leben. Gerade die Generation unter 35 Jahren hat heute Mühe sich zu entscheiden. Die «Welt» meint, es könne ein Vorteil sein, nicht zu allem schon eine Meinung zu haben, und «vielleicht» zu sagen, schön zurückgezogen in die eigene Komfort-Zone des Nichtentscheidens. Na Bravo, denke ich mir. «Maybe» als Freipass zum Zurücklehnen? Oder doch zum Ausprobieren? Auf was läuft es den hinaus? Zu gross ist das Angebot – zu viele Optionen? Zu viele Köche haben schon immer den Brei verdorben, dich heute scheint dies zum Lebensstil zu werden. Welcome to the Generation «Maybe»!
«Weisst du, du bist schon nett, aber ich will mich nicht binden», höre ich es an der Bar neben mir. Ich schätze die Probanden um die Dreissig und denk mir: Diese Exemplar des männlichen Seins will doch nur noch ein wenig seine Freiheit auskosten. Seine Optionen. Braucht er also mehr Optionen, um sich entscheiden zu können? Entscheid denn? Oder ist es eine lapidare Ausrede für sein vom hohen Testosteron-Spiegels gesteuerten Wunsches mehr als eine Frau «glücklich» zu machen? Aber vice versa: Was ist mit der Frau, die sich nicht entscheiden kann?
Die  «Welt» spricht vom Ende der Schlusswahrheit. Wir tun einfach mal, es muss nicht alles fertig sein. Wir können es gut in diesem Schwebezustand sein lassen. Können wir dieses Vielleicht» als Zustand akzeptieren. Es soll also keine Verteidigung der Amüsiersphäre sein, sondern eine Art Schwebezustand. Durch die digitalen Museen unserer selbst, wir nennen sie Facebook, Youtube oder ähnlich, leben wir das «vielleicht» mehr denn je. Entscheidungen wirken langweilig, Optionen spannend.
Hätte César so gedacht, wäre er nie Kaiser von Rom geworden. Deshalb spreche ich hier der Genreation «Maybe» mehr Mut zu. Mut sich zu entscheiden und den Augenblick zu ergreifen. Entscheidungen machen glücklich, maybe!

«Täglich güsst das Murmeltier» - ein Blog über täglich aufgeschnappte Schnipsel in meinem Leben.
Alle Akteure sind vielleicht frei erfunden etc.


Get lucky – verdammt nochmal…

Was braucht es zum Glücklichsein? Es braucht eine einzige Zutat: Diesen einen neuen Song von «Daft Punk». Das reicht mir seit einigen Tagen völlig aus. Diese Band, oder sollte ich schreiben «Combo», die wie kaum eine andere zu überraschen weiss. Und genau das liebe ich, wenn es jemand schafft, ein «Momentum» zu kreieren. In der Musik, der Werbung, in der Kommunikation, im Leben.

Heute Mittag musste ich kurz die Bürotüre schliessen und meine Mitarbeiter durften, sollten, mussten diesen einen Moment des vermeintlichen «Glücks» mit mir teilen. Fern der Frage, ob sie denn wollten. Es war dieses Quäntchen Glück.

Später, Zürich versank wiedermal wie Atlantis, und zwar im Verkehrs-Chaos, gab es weder ein Raus-, noch ein Reinkommen auf den Strassen von «Downtown Switzerland», streamte ich «Daft Punk» per Handy auf mein Autoradio. Auf dieser, meiner Flucht hatte ich per sofort dieses Dauergrinsen auf dem Gesicht, fern ab von irgendwelchen Wutanfällen und sonstigen energieraubenden Eskapaden gegen Teilnehmer des heutigen gemeinsamen Chaos-Praktizierens.

Und jetzt, heute Abend, den Alltag hinter mir, höre ich mir den Song wieder an. Irgendwie fühle ich mich in diese unbeschwerte Zeit zurückversetzt, als meine «Verantwortung» noch nicht derart fremdbestimmt war, und ich der Sonne entgegen segelte. So unbeschwert hört sich das an. Love it.

Es ist dieses «Momentum». Ich versuche für mich kurz die Zeit anzuhalten. Das Überraschende zu fassen, das Glück auf mich wirken zu lassen, oder umgekehrt. So wie das Leben mich beinahe und immer wieder zu überraschen weiss, genau so überrascht mich dieses Stück Musik. Und frei nach Jung/vonMatt, die über das «Momentum» in der Kommunikation zu berichten wissen, stell ich das Zitat etwas um: «Für unser Leben gibt es Regeln. Für ein gutes Leben die Ausnahmen.» Und wenn wir es selber nicht mehr schaffen auszubrechen, dann sind da noch diese zwei Roboter:
«The robot makes it get funky.
The robot makes you get luck.
The robot makes you get lucky»
(Daft Punk – Get Funky).

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Alle Akteure, Super- und Antihelden sind natürlich frei erfunden, wen auch nicht von mir.


Colani ist geil! ...oder?

Ja, wir haben einen Schweizer Industrial Designer. Wahrscheinlich nicht nur einen. Aber eben diesen einen. Kennt ihr Colani, den Typen der irgendwie aussieht Salvador Dahli? Der war auch geil, stimmt. Aber zurück zu dem Mann, der alles so designt, dass es in die Hand passt, oder windschlüpfrig ist, oder beides.

Design, so habe ich es vor langer Zeit mal gelernt, vereint Form und Funktion. Doch Colani schert sich einen Dreck um die Funktion. Und das braucht eine gewisse Unverfrorenheit. 1972, ja das Jahr, als mir meine Mutter das Leben geschenkt hat, entwirft er ein Boot für den Ruderclub in Ulm. Statt Supersiege einzufahren, sank es schon, als sie es das erste Mal ins Wasser liessen. Genau das ist Colani, und genau deshalb mag ich dieses Schweizer Unikat.
Als ich 18 Jahre alt war, hatte er gerade mal die Flasche fürs «Limelight» des Mineralwasserunternehmens Valser neu entworfen. Einfach einen Knick rein, und schon passt diese in die Hand. Das war die ganze Hexerei. Man hat gemunkelt, er beginnt gar nicht erst zu arbeiten unter CHF 100'000.- Honorar. Ein Teufelskerl dieser Colani. Und jetzt pendelt er irgendwo zwischen Deutschland und China hin und her, um eine ökologische Stadt der Superlative aus dem Boden zu stampfen. Eine Traumstadt in Menschenform, wie sollte es auch anders sein, denn in die Hand passt eine Stadt ja wohl nicht.
Colani, das «Enfant terrible» der Designer Szene, liess und lässt kein Fettnäpfchen aus, um der Konkurrenz zu sagen wie öde diese Produkte gestalte. Der Kinski unter den Designern. Ein Überflieger, und ein Schweizer. Passt zwar irgendwie nicht zusammen, genauso wenig, wie die Form und die Funktion bei Colani, ist aber irgendwie trotzdem «geil»! Wobei ich diese Wort bewusst wähe, weil es ja irgendwie in seiner Herkunft zum anderen prominenten Wort, das Colanis Arbeit beschreibt, passt, nämlich «schlüpfrig». Ich hoffe, Colani begeistert uns noch lange mit seinen unmöglichen, (wind)schlüpfrigen Designs, mit vielen Formen und wenig Funktion.
I love it!

Ein Auszug aus meinen Lieblingsdesignern: philipp starck, jasper morrison, luigi colani.

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Ähnlichkeiten mit Colani, dem Schweizer Deisgner, sind rein zufällig.


Das Strandcafé, Wicked Games oder doch nur 10'000 Tage?

Sie verliess mich am Strandcafé und ich habe bis zum nächsten Strandcafé geweint.

Vergessen wir so schnell? Ist die Liebe nur noch ein Wegwerf-Produkt? Die Starbucks-Generation, die sich schnell einen Café holt, um den Becher beim Mülleimer um die Ecke wieder los zu werden. Ich erinnere mich wage an den Spruch aus dem Graffiti-Zeitalter (noch vor Starbucks) mit den Gummibärchenpäckchen: Aufreissen, vernaschen, wegwerfen… Ein Drittel unserer Gesellschaft konsumiert nachhaltig, sagt man!? Was denn? Hey Mr. Jones, wo bewegen wir uns hin?

Denken wir mal an Liebe, nicht an Umweltschutz. Angekommen im 21. Jahrhundert und der Wegwerfgesellschaft. Was bedeutet Liebe, wo Pornosternchen vom Himmel fallen, wie Sternschnuppen. Wo vermeintliche Berühmtheit an Anzahl Twitterfollowern gemessen wird. Können wir uns noch den «Wicked Games» noch hingeben. Das Miteinander zelebrieren oder sagen wir uns «goodbye», bevor es richtig angefangen hat? Leben wir gerade immer so, als hätten
Lassen wir uns auf dieses Gedankenspiel ein: Würden wir im bisherigen Lebensspiel verbleiben, wäre alles genau gleich? ...oder total anders? Wir beginnen zu grübeln, wie viel Jahre, Monate denn 10‘000 Tage sind? Ist es, um zu kalkulieren, ob es reicht morgen mit dem Leben zu beginnen, oder ob wir doch noch heute starten müssen?

Nehmt euch die Zeit für dieses Gedankenspiel und den den folgenden Kurzfilm:

Ten Thousand Days from Michael Duignan on Vimeo.

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Ähnlichkeiten mit dem echten Leben sind rein zufällig.


Verändern wir schon oder «scheinen» wir noch?

«Früher definierten wir uns durch das, was wir taten. Heute versuchen wir uns zu definieren, durch das, was wir sein wollen», habe ich gestern gehört. Schein und Sein sind sich näher als je zuvor. Na gut, denkt sich der eine oder andere, war das denn nicht schon so in den frühen Neunzigern? Als wir nach der Schnellbleiche von «Miami Vice» Gianni Versace verehrten?

Na ja, wir waren offensichtlich auf dem Selbstfindungstrip. Es zählte der Schein, und bestimmte das Sein. Es mussten die richtigen «Männer» auf der Verpackung des Aftershave Balsams sein, mit Nivea gaben wir uns nicht zufrieden!
Klar dachten wir damals, das muss doch für immer so sein. Wir werden uns stets an dieses Schein und Sein klammern. Wir waren davon überzeugt mit diesem neuen Zeitgeistexpress die 68er zu überrollen. Und doch, wer tief in sich selber horchte, hat sich auch damals gefragt, wie wird es sein, wenn aus uns 20ern mal 40er werden? Die Party sollte niemals enden, immer dachten wir uns «one more time». Die Mischung aus Designer-Parfüm, gefangenem Rauch, damals noch erlaubt, und Schweiss, die von den Wänden der Clubs tropfte, waren das Lebens-Elixier für uns. Per VIP-Status Eintritt zu finden im New York Club in Neuchâtel war, als würde man die Kirche über die Kanzel betreten. Das war Schein und Sein im Mikrokosmos unser selbst.
Und doch kenne ich viele Leute von damals, die sehr kreativ waren und vielleicht heute noch sind. Die Kleider wurden noch selber geschneidert oder in den entlegensten, nicht über jeden Ruf erhabenen Boutiquen in London gekauft. Es war nicht diese H&M Uniformierung der heutigen Tage. «Creative Culture» nannte ein guter Freund sein Schaffen, heute leitet er mit seinem Bruder eine Firma (die btw nicht wirklich viel mit Kreativität zu tun hat).
Damals wollten wir die Welt verändern, wie jede Generation vor uns. Und so wollten wir mit unserem Schein und Sein die Welt erobern.
Heute frage ich mich: Haben wir das geschafft? Sind wir noch dran? Und wer hängt noch am Schein und Sein, an dieser Etikette von gestern? Verändern wir schon oder «scheinen» wir noch?

Nachtrag am 26.12.16: Und genau in diesen Tagen ist dieser gute Freund, der mit mir Weltmetropolen erobert und geprägt hat, Götti unserer frischgeborenen Tochter. Der Kreis schliesst sich...

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Alle Akteure, die des Schein & Seins frönen, sind frei erfunden, oder doch nicht?


Poesie, 20min und der Spiegel im Badezimmer

Was wäre das Leben ohne Poesie? Das Leben ohne Poesie ist doch wie unser tägliches Brot ohne denn Honig. Wann hast du das letzte Mal mit tiefblauer Tinte eines Füllers auf ein weisses Stück Papier ein Gedicht geschrieben?

Gestern bin ich auf ein Stück Poesie gestossen. Nehmt euch die Zeit, hört und seht es euch an:

Ist das nicht purste Poesie? Auch wenn es kein Gedicht ist, es ist pure Magie. Und berührt uns im tiefsten Herzen. Genau das ist Poesie.
«Der Begriff bezeichnet im übertragenen Sinn ferner eine bestimmte Qualität. So spricht man etwa von der „Poesie eines Moments“ oder einem „poetischen Film“[1] und meint damit in der Regel, dass von dem Bezeichneten eine sich der Sprache entziehende, oder über sie hinausgehende Wirkung ausgeht, etwas Stilles, ähnlich wie von einem Gedicht, das eine sich der Alltagssprache entziehende Wirkung entfaltet.» http://de.wikipedia.org/wiki/Poesie
Achten wir uns noch auf diese Poesie, wenn sie uns im täglichen Leben begegnet. Sind wir offen einen Moment anzuhalten, um der Poesie einen kleinen Raum zu geben? Oder «stressen» wir weiter, ignorieren die Poesie wie einen Obdachlosen am Strassenrand? Die Poesie, die wie ein Schmetterling, der auf deinem Zeigefinger landet. Bewegst du dich zu schnell, ist sie wieder weg.
Dominiert von morgendlichen Pendlerzeitungen wie 20min, welche im Namen schon impliziert, dass wir nur 20 Minuten Zeit haben, rauscht das Leben an uns vorbei, oder wir durchs Leben. Eine Frage des Blickwinkels. Doch sind es nicht die unerwarteten täglichen Momente, die den Puls des Lebens bestimmen, und die unseren eigenen Puls höher schlagen lassen.

Lippenstift Poesie auf SpiegelZurück zur geschriebenen Poesie. Hast du schon mal einen handgeschriebenen Liebesbrief erhalten? Oder sind es nur noch SMS und E-Mail? Und wann hast du deinem Partner einen geschrieben? Verkleinern wir mal die Hürde: Wieso nicht mit dem Lippenstift auf den Spiegel im Badezimmer einige Worte schreiben, wenn die bessere Hälfte noch im Bett liegt? Auch das kann Poesie sein. Zudem ist Mann (oder Frau) ähnlich limitiert, wie beim SMS schreiben. Wir kommen dem ganzen doch schon wieder viel näher, oder? Deine Liebste/dein Liebster wird trotz Stress am Morgen kurz inne halten, etwas überrascht sein. Während du schon lange dein Honigbrot verspeist hast und im überfüllten Zug sitzt mit der 20min in der Hand…

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Alle Akteure, Super- und Antihelden sind natürlich frei erfunden, wen auch nicht von mir.


Von Windhunden und Strandcafés

Und wieder fängt der Tag mit Regen an. «Blame it on the rain», da habe ich den Schuldigen allen Übels gefunden. Und trotzdem wissen wir: Nach dem Regen kommt die Sonne. Irgendwann. Oder «Sie verliess mich am Strandcafé, und ich habe bis zum nächsten Strandcafé geweint», zu dem später nochmal.

Seit gestern, ich fand mich wieder in diesem Klassenraum mit all den erwachsenen Leuten, die sich auch noch eine Scheibe Wissen abschneiden wollten. Na dann «Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist…», um Schönheit ging es ja dann nicht, sondern um die Typologie der Mitarbeiter, bzw. auch die unser selbst.

Greyouhound on PinterestDa erkannte ich mich, wen mag es wundern, im Bild des «Wandelmenschen» wieder. Für diesen wurde das Bild des Windhundes gebraucht, was mich an dieses riesige Plakat am Flughafen in Chicago erinnerte: «Adopt a Greyhound» (Adoptier einen Windhund).

Dieser «Windhund» Typus sucht die Herausforderung, er geht seinem Weg konsequent, lässt sich nicht vom links und rechts ablenken, ist jedoch nicht für Langstrecken ausgelegt. Alles gut und recht, denke ich, auch wenn der letzte Punkt heute so nicht mehr zutrifft. Räumen wir doch mal auf mit den Mythen des «Greyhound» auf (Quelle: Sothern Arizona Greyhound Adoption //http://sagreyhoundadoption.org/about-greys/about-greyhounds/92-myths):

«Because greyhounds are fast, they are hyperactife»
Nothing could be further from the truth. Greyhounds are laid-back, quiet dogs, that have earned the well-deserved name of 45 mile per hour.
Also trotz den Sprints, doch noch geruhsam. Da frage ich mich kurz, ist das mit dem Alter gekommen, oder war ich das schon immer? Weiter:
«Greyhounds need lots or exercise.»
Most Greyhounds are satisfied with a 15-20 minute walk once or twice a day and, an occasional off-leash run in a secure, enclosed area.
Aha, der Windhund braucht doch nicht immer eine Herausforderung. Bei Gelegenheit steck ihm das Terrain ab und er wird sprinten. Wie wahr.

Doch lassen wir das mit dem «Greyhound» mal. Wie war das schon wieder mit dem «Strandcafé». Ist dies auch ein Part, der immer wieder suchenden Herausforderung? Zählt dies für Mann und Frau? Oder doch nur für den «Jäger»? Oder werden wir irgendwann vom «Jäger» zum «Gejagten»? Spätestens, wenn die Frau einen anderen hübscheren, wohlhabenderen gefunden hat, oder sollte ich schreiben von ihm «gejagt» worden ist, und dann trotzdem auf dem Unterhalt pocht, weil der zwanzig Jahre jüngere Liebhaber, ja sicher keine Verantwortung übernehmen wird. Dann empfehle ich doch lieber eine Scheibe des «Windhundes» - aber wir essen ja keine Hunde. Oder einfacher «adopt a Greyhoud»....

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Alle Akteure, Super- und Antihelden sind natürlich frei erfunden, wen auch nicht von mir. 


Von Super- und Antihelden und anderen Vorbildern

Zuerst einmal: Ja, es stimmt. Der Schöpfer des Batman Logos ist tot. 1964 hat Carmine Infantino der Comic-Figur neues Leben eingetaucht. Es ist das Jahr, wo Martin Luther King, den Friedens Nobelpreis erhält, Jean-Paul Sartre den Nobelpreis ablehnt und ganz nebenbei noch Neneh Cherry auf die Welt kommt.

Doch die Frage ist, sind diese Superhelden von damals, heute immer noch von Bedeutung? Oder suchen wir heute Antihelden? Das Batmanlogo ist auf jeden Fall 1999 von der Brust des Helden entfernt worden. Batman war dann nicht mehr dieser glänzende Superheld, die Filme wurden düsterer und düsterer. Ist ja klar, Luther King und Satre leben schon lange nicht mehr, und Neneh Cherry hat ihre 7 –Sekunden Berühmtheit gehabt.
Wo bleiben die Vorbilder dieser Welt? Schaut euch auch einmal James Bond an, heute kantiger denn je, ohne diesen Glamour von damals. Sind das die neuen Vorbilder?

Schliesslich lockern sich die Benimmregeln von heute auch - Knigge wird nicht mehr so eng interpretiert. Wir klagen über die Verrohung der Gesellschaft, Littering im Park nebenbei, nerven uns über die betrunkenen Jugendlichen, die uns am Freitag-Abend über den Weg torkeln, bei denen die Bedeutung von Etikette auf ein Stück Stoff am T-Shirt reduziert ist. Doch wen wundert’s? Wir haben ihnen die Superhelden genommen. Weg, aus, vorbei - aus den Augen aus dem Sinn. Heute sind die vermeintlichen Superhelden nicht mehr interessiert am Kampf gegen das Böse, diese suchen nur mehr die knallharte Action.

Doch mal zurück zu den Antihelden. Vielleicht sind ja dies tatsächlich die Helden von heute? Ich gebe den Begriff «Helden von heute» mal im Google ein. Da taucht ein «Held von gestern» auf, wohlgemerkt einer meiner liebsten: «Falco». Dann in der Bildsuche irgendwann noch Oliver Kahn. Naja, denke ich mir, die Helden von heute sind die Helden von gestern.

Dann google ich «Antihelden von heute» und stosse auf einen interessanten Artikel von 20min.ch online über Konsolen-Games der heutigen Zeit mit dem Titel «Antihelden sind die besseren Menschen». Ich zitiere: «Sie saufen, rauchen, besuchen Stripschuppen oder nehmen Drogen. Sie wettern gegen Gott und seine Himmelsscharen, verfluchen ihr Schicksal, verzweifeln an sich selbst und fallen immer tiefer. Deshalb sind ihre Seelen vernarbt und triefen oft vor schwarzer Melancholie. Manche suchen den Tod und finden ihn dennoch nicht. Eines jedoch ist ihnen gemeinsam: Sie tragen ihr Herz stets auf dem rechten Fleck.»

Verdammt, denke ich. Ich kann doch meinem 6-jährigen Sohn keine solchen Vorbilder servieren? Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es einen Superheld bräuchte, um die Superhelden zu retten. Und so bleibt mir nichts anderes übrig als am Samstag morgen, während ich noch am ersten Kaffee sitze, den Fernseher anzuknipsen, um meinem Sohn auf SuperRTL «Baywatch» zu zeigen…

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Das Wunderding im Bauch und Burnouts - ein Versuch

Männer sind ja bekanntlich vom Mars und Frauen von der Venus, hat mal ein Buchautor* verlauten lassen. Oder warum sind Frauen weniger Burnout gefährdet als Männer?

Kürzlich, an einem Kurs für Personalmanagement wurde mir dies wie folgt erklärt: Frauen tragen dieses ominöse Wunderding im Bauch (dies ist nicht zynisch gemeint), nenne wir es Gebärmutter - nicht zu verwechseln mit einer Hebamme. Daher besitzen Frauen diesen inneren Instinkt, der wohl von Urzeiten herreicht, dieses innere Wunder der Natur zu schützen. Dies, so wurde es mir erläutert, bringt die Frauen dazu, besser auf die inneren Alarmglocken zu achten. Das Burnout gefährdete Geschlecht hingegen, nämlich wir Männer, will ja nichts anderes als die Frauen vor all dem Bösen in dieser Welt, auf Burnout komm raus, beschützen. Auch wieder ein Instinkt aus Urzeiten, das mit dem Beschützen. Erlaubt mir den Umkehrschluss: Wir Männer opfern uns auf! Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde...

Doch heute in der modernen Welt ist dieses Modell scheinbar aus dem Gleichgewicht geraten. Zwar arbeiten einige Männer tatsächlich dafür, dass die Frau zu Hause alleine zu den Kindern schauen kann, auch eine Art schützende Hand des Mannes, doch die Frage bleibt, was treibt den Mann dazu, sich dermassen zu verausgaben, dass er die inneren Alarmglocken nicht mehr hört?

Gewagte These: Sind es etwa die Frauen (oder Partner)? «Du musst mehr verdienen, Schatz, wir wollen doch ein Einfamilienhaus kaufen», höre ich die Nachbarin am Mittagstisch, wenn sie ihren Mann anblinzelt, um nach dem zu verlangen, was die Gesellschaft vorgibt, es sei das Mass der Dinge. Oder ist es der Urinstinkt des Jägers, immer grössere Beute zu machen? Ein Kollege, ja, ein Mann, pflegt zu sagen: Du brauchst von drei Sachen mindestens zwei, damit du im Leben glücklich bist: Geld, Macht, Ansehen. Laut eigener Aussage, hat er den ersten schon gestrichen. Er arbeitet bei einer NGO ;-).

Ist es dieses Triumvirat «Geld, Macht oder Ansehen», das uns Männer geisselt und zum Burnout Kandidaten macht? Oder sind es (ja,ja ich provoziere etwas) doch die Frauen (politisch korrekt: die Partner)…? Arbeiten wir, damit unsere Liebsten mal ein Ankleidezimmer mit Platz für 100 Paar Schuhe sein/ihr eigen nennt, oder doch lieber damit wir uns die neusten elektronischen Gadgets kaufen können? Da haben wir Männer wenigstens das Gefühl, es steigere unser Lebensgefühl, eventuell auch unser Ansehen. Bei wem? Schliesst sich hier der Kreis? Ich gebe auf...

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*John Gray: «Männer sind andres - Frauen auch»