Poesie, 20min und der Spiegel im Badezimmer
Was wäre das Leben ohne Poesie? Das Leben ohne Poesie ist doch wie unser tägliches Brot ohne denn Honig. Wann hast du das letzte Mal mit tiefblauer Tinte eines Füllers auf ein weisses Stück Papier ein Gedicht geschrieben?
Gestern bin ich auf ein Stück Poesie gestossen. Nehmt euch die Zeit, hört und seht es euch an:
Ist das nicht purste Poesie? Auch wenn es kein Gedicht ist, es ist pure Magie. Und berührt uns im tiefsten Herzen. Genau das ist Poesie.
«Der Begriff bezeichnet im übertragenen Sinn ferner eine bestimmte Qualität. So spricht man etwa von der „Poesie eines Moments“ oder einem „poetischen Film“[1] und meint damit in der Regel, dass von dem Bezeichneten eine sich der Sprache entziehende, oder über sie hinausgehende Wirkung ausgeht, etwas Stilles, ähnlich wie von einem Gedicht, das eine sich der Alltagssprache entziehende Wirkung entfaltet.» http://de.wikipedia.org/wiki/Poesie
Achten wir uns noch auf diese Poesie, wenn sie uns im täglichen Leben begegnet. Sind wir offen einen Moment anzuhalten, um der Poesie einen kleinen Raum zu geben? Oder «stressen» wir weiter, ignorieren die Poesie wie einen Obdachlosen am Strassenrand? Die Poesie, die wie ein Schmetterling, der auf deinem Zeigefinger landet. Bewegst du dich zu schnell, ist sie wieder weg.
Dominiert von morgendlichen Pendlerzeitungen wie 20min, welche im Namen schon impliziert, dass wir nur 20 Minuten Zeit haben, rauscht das Leben an uns vorbei, oder wir durchs Leben. Eine Frage des Blickwinkels. Doch sind es nicht die unerwarteten täglichen Momente, die den Puls des Lebens bestimmen, und die unseren eigenen Puls höher schlagen lassen.
Zurück zur geschriebenen Poesie. Hast du schon mal einen handgeschriebenen Liebesbrief erhalten? Oder sind es nur noch SMS und E-Mail? Und wann hast du deinem Partner einen geschrieben? Verkleinern wir mal die Hürde: Wieso nicht mit dem Lippenstift auf den Spiegel im Badezimmer einige Worte schreiben, wenn die bessere Hälfte noch im Bett liegt? Auch das kann Poesie sein. Zudem ist Mann (oder Frau) ähnlich limitiert, wie beim SMS schreiben. Wir kommen dem ganzen doch schon wieder viel näher, oder? Deine Liebste/dein Liebster wird trotz Stress am Morgen kurz inne halten, etwas überrascht sein. Während du schon lange dein Honigbrot verspeist hast und im überfüllten Zug sitzt mit der 20min in der Hand…
«Täglich güsst das Murmeltier» - ein Blog über täglich aufgeschnappte Schnipsel in meinem Leben.
Alle Akteure, Super- und Antihelden sind natürlich frei erfunden, wen auch nicht von mir.
Von Windhunden und Strandcafés
Und wieder fängt der Tag mit Regen an. «Blame it on the rain», da habe ich den Schuldigen allen Übels gefunden. Und trotzdem wissen wir: Nach dem Regen kommt die Sonne. Irgendwann. Oder «Sie verliess mich am Strandcafé, und ich habe bis zum nächsten Strandcafé geweint», zu dem später nochmal.
Seit gestern, ich fand mich wieder in diesem Klassenraum mit all den erwachsenen Leuten, die sich auch noch eine Scheibe Wissen abschneiden wollten. Na dann «Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist…», um Schönheit ging es ja dann nicht, sondern um die Typologie der Mitarbeiter, bzw. auch die unser selbst.
Da erkannte ich mich, wen mag es wundern, im Bild des «Wandelmenschen» wieder. Für diesen wurde das Bild des Windhundes gebraucht, was mich an dieses riesige Plakat am Flughafen in Chicago erinnerte: «Adopt a Greyhound» (Adoptier einen Windhund).
Dieser «Windhund» Typus sucht die Herausforderung, er geht seinem Weg konsequent, lässt sich nicht vom links und rechts ablenken, ist jedoch nicht für Langstrecken ausgelegt. Alles gut und recht, denke ich, auch wenn der letzte Punkt heute so nicht mehr zutrifft. Räumen wir doch mal auf mit den Mythen des «Greyhound» auf (Quelle: Sothern Arizona Greyhound Adoption //http://sagreyhoundadoption.org/about-greys/about-greyhounds/92-myths):
«Because greyhounds are fast, they are hyperactife»
Nothing could be further from the truth. Greyhounds are laid-back, quiet dogs, that have earned the well-deserved name of 45 mile per hour.
Also trotz den Sprints, doch noch geruhsam. Da frage ich mich kurz, ist das mit dem Alter gekommen, oder war ich das schon immer? Weiter:
«Greyhounds need lots or exercise.»
Most Greyhounds are satisfied with a 15-20 minute walk once or twice a day and, an occasional off-leash run in a secure, enclosed area.
Aha, der Windhund braucht doch nicht immer eine Herausforderung. Bei Gelegenheit steck ihm das Terrain ab und er wird sprinten. Wie wahr.
Doch lassen wir das mit dem «Greyhound» mal. Wie war das schon wieder mit dem «Strandcafé». Ist dies auch ein Part, der immer wieder suchenden Herausforderung? Zählt dies für Mann und Frau? Oder doch nur für den «Jäger»? Oder werden wir irgendwann vom «Jäger» zum «Gejagten»? Spätestens, wenn die Frau einen anderen hübscheren, wohlhabenderen gefunden hat, oder sollte ich schreiben von ihm «gejagt» worden ist, und dann trotzdem auf dem Unterhalt pocht, weil der zwanzig Jahre jüngere Liebhaber, ja sicher keine Verantwortung übernehmen wird. Dann empfehle ich doch lieber eine Scheibe des «Windhundes» - aber wir essen ja keine Hunde. Oder einfacher «adopt a Greyhoud»....
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Von Super- und Antihelden und anderen Vorbildern
Zuerst einmal: Ja, es stimmt. Der Schöpfer des Batman Logos ist tot. 1964 hat Carmine Infantino der Comic-Figur neues Leben eingetaucht. Es ist das Jahr, wo Martin Luther King, den Friedens Nobelpreis erhält, Jean-Paul Sartre den Nobelpreis ablehnt und ganz nebenbei noch Neneh Cherry auf die Welt kommt.
Doch die Frage ist, sind diese Superhelden von damals, heute immer noch von Bedeutung? Oder suchen wir heute Antihelden? Das Batmanlogo ist auf jeden Fall 1999 von der Brust des Helden entfernt worden. Batman war dann nicht mehr dieser glänzende Superheld, die Filme wurden düsterer und düsterer. Ist ja klar, Luther King und Satre leben schon lange nicht mehr, und Neneh Cherry hat ihre 7 –Sekunden Berühmtheit gehabt.
Wo bleiben die Vorbilder dieser Welt? Schaut euch auch einmal James Bond an, heute kantiger denn je, ohne diesen Glamour von damals. Sind das die neuen Vorbilder?
Schliesslich lockern sich die Benimmregeln von heute auch - Knigge wird nicht mehr so eng interpretiert. Wir klagen über die Verrohung der Gesellschaft, Littering im Park nebenbei, nerven uns über die betrunkenen Jugendlichen, die uns am Freitag-Abend über den Weg torkeln, bei denen die Bedeutung von Etikette auf ein Stück Stoff am T-Shirt reduziert ist. Doch wen wundert’s? Wir haben ihnen die Superhelden genommen. Weg, aus, vorbei - aus den Augen aus dem Sinn. Heute sind die vermeintlichen Superhelden nicht mehr interessiert am Kampf gegen das Böse, diese suchen nur mehr die knallharte Action.
Doch mal zurück zu den Antihelden. Vielleicht sind ja dies tatsächlich die Helden von heute? Ich gebe den Begriff «Helden von heute» mal im Google ein. Da taucht ein «Held von gestern» auf, wohlgemerkt einer meiner liebsten: «Falco». Dann in der Bildsuche irgendwann noch Oliver Kahn. Naja, denke ich mir, die Helden von heute sind die Helden von gestern.
Dann google ich «Antihelden von heute» und stosse auf einen interessanten Artikel von 20min.ch online über Konsolen-Games der heutigen Zeit mit dem Titel «Antihelden sind die besseren Menschen». Ich zitiere: «Sie saufen, rauchen, besuchen Stripschuppen oder nehmen Drogen. Sie wettern gegen Gott und seine Himmelsscharen, verfluchen ihr Schicksal, verzweifeln an sich selbst und fallen immer tiefer. Deshalb sind ihre Seelen vernarbt und triefen oft vor schwarzer Melancholie. Manche suchen den Tod und finden ihn dennoch nicht. Eines jedoch ist ihnen gemeinsam: Sie tragen ihr Herz stets auf dem rechten Fleck.»
Verdammt, denke ich. Ich kann doch meinem 6-jährigen Sohn keine solchen Vorbilder servieren? Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es einen Superheld bräuchte, um die Superhelden zu retten. Und so bleibt mir nichts anderes übrig als am Samstag morgen, während ich noch am ersten Kaffee sitze, den Fernseher anzuknipsen, um meinem Sohn auf SuperRTL «Baywatch» zu zeigen…
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Das Wunderding im Bauch und Burnouts - ein Versuch
Männer sind ja bekanntlich vom Mars und Frauen von der Venus, hat mal ein Buchautor* verlauten lassen. Oder warum sind Frauen weniger Burnout gefährdet als Männer?
Kürzlich, an einem Kurs für Personalmanagement wurde mir dies wie folgt erklärt: Frauen tragen dieses ominöse Wunderding im Bauch (dies ist nicht zynisch gemeint), nenne wir es Gebärmutter - nicht zu verwechseln mit einer Hebamme. Daher besitzen Frauen diesen inneren Instinkt, der wohl von Urzeiten herreicht, dieses innere Wunder der Natur zu schützen. Dies, so wurde es mir erläutert, bringt die Frauen dazu, besser auf die inneren Alarmglocken zu achten. Das Burnout gefährdete Geschlecht hingegen, nämlich wir Männer, will ja nichts anderes als die Frauen vor all dem Bösen in dieser Welt, auf Burnout komm raus, beschützen. Auch wieder ein Instinkt aus Urzeiten, das mit dem Beschützen. Erlaubt mir den Umkehrschluss: Wir Männer opfern uns auf! Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde...
Doch heute in der modernen Welt ist dieses Modell scheinbar aus dem Gleichgewicht geraten. Zwar arbeiten einige Männer tatsächlich dafür, dass die Frau zu Hause alleine zu den Kindern schauen kann, auch eine Art schützende Hand des Mannes, doch die Frage bleibt, was treibt den Mann dazu, sich dermassen zu verausgaben, dass er die inneren Alarmglocken nicht mehr hört?
Gewagte These: Sind es etwa die Frauen (oder Partner)? «Du musst mehr verdienen, Schatz, wir wollen doch ein Einfamilienhaus kaufen», höre ich die Nachbarin am Mittagstisch, wenn sie ihren Mann anblinzelt, um nach dem zu verlangen, was die Gesellschaft vorgibt, es sei das Mass der Dinge. Oder ist es der Urinstinkt des Jägers, immer grössere Beute zu machen? Ein Kollege, ja, ein Mann, pflegt zu sagen: Du brauchst von drei Sachen mindestens zwei, damit du im Leben glücklich bist: Geld, Macht, Ansehen. Laut eigener Aussage, hat er den ersten schon gestrichen. Er arbeitet bei einer NGO ;-).
Ist es dieses Triumvirat «Geld, Macht oder Ansehen», das uns Männer geisselt und zum Burnout Kandidaten macht? Oder sind es (ja,ja ich provoziere etwas) doch die Frauen (politisch korrekt: die Partner)…? Arbeiten wir, damit unsere Liebsten mal ein Ankleidezimmer mit Platz für 100 Paar Schuhe sein/ihr eigen nennt, oder doch lieber damit wir uns die neusten elektronischen Gadgets kaufen können? Da haben wir Männer wenigstens das Gefühl, es steigere unser Lebensgefühl, eventuell auch unser Ansehen. Bei wem? Schliesst sich hier der Kreis? Ich gebe auf...
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Alle Akteure sind natürlich frei erfunden etc.
*John Gray: «Männer sind andres - Frauen auch»



