Das Wunderding im Bauch und Burnouts - ein Versuch
Männer sind ja bekanntlich vom Mars und Frauen von der Venus, hat mal ein Buchautor* verlauten lassen. Oder warum sind Frauen weniger Burnout gefährdet als Männer?
Kürzlich, an einem Kurs für Personalmanagement wurde mir dies wie folgt erklärt: Frauen tragen dieses ominöse Wunderding im Bauch (dies ist nicht zynisch gemeint), nenne wir es Gebärmutter - nicht zu verwechseln mit einer Hebamme. Daher besitzen Frauen diesen inneren Instinkt, der wohl von Urzeiten herreicht, dieses innere Wunder der Natur zu schützen. Dies, so wurde es mir erläutert, bringt die Frauen dazu, besser auf die inneren Alarmglocken zu achten. Das Burnout gefährdete Geschlecht hingegen, nämlich wir Männer, will ja nichts anderes als die Frauen vor all dem Bösen in dieser Welt, auf Burnout komm raus, beschützen. Auch wieder ein Instinkt aus Urzeiten, das mit dem Beschützen. Erlaubt mir den Umkehrschluss: Wir Männer opfern uns auf! Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde...
Doch heute in der modernen Welt ist dieses Modell scheinbar aus dem Gleichgewicht geraten. Zwar arbeiten einige Männer tatsächlich dafür, dass die Frau zu Hause alleine zu den Kindern schauen kann, auch eine Art schützende Hand des Mannes, doch die Frage bleibt, was treibt den Mann dazu, sich dermassen zu verausgaben, dass er die inneren Alarmglocken nicht mehr hört?
Gewagte These: Sind es etwa die Frauen (oder Partner)? «Du musst mehr verdienen, Schatz, wir wollen doch ein Einfamilienhaus kaufen», höre ich die Nachbarin am Mittagstisch, wenn sie ihren Mann anblinzelt, um nach dem zu verlangen, was die Gesellschaft vorgibt, es sei das Mass der Dinge. Oder ist es der Urinstinkt des Jägers, immer grössere Beute zu machen? Ein Kollege, ja, ein Mann, pflegt zu sagen: Du brauchst von drei Sachen mindestens zwei, damit du im Leben glücklich bist: Geld, Macht, Ansehen. Laut eigener Aussage, hat er den ersten schon gestrichen. Er arbeitet bei einer NGO ;-).
Ist es dieses Triumvirat «Geld, Macht oder Ansehen», das uns Männer geisselt und zum Burnout Kandidaten macht? Oder sind es (ja,ja ich provoziere etwas) doch die Frauen (politisch korrekt: die Partner)…? Arbeiten wir, damit unsere Liebsten mal ein Ankleidezimmer mit Platz für 100 Paar Schuhe sein/ihr eigen nennt, oder doch lieber damit wir uns die neusten elektronischen Gadgets kaufen können? Da haben wir Männer wenigstens das Gefühl, es steigere unser Lebensgefühl, eventuell auch unser Ansehen. Bei wem? Schliesst sich hier der Kreis? Ich gebe auf...
«Täglich güsst das Murmeltier» - ein Blog über täglich aufgeschnappte Schnipsel in meinem Leben.
Alle Akteure sind natürlich frei erfunden etc.
*John Gray: «Männer sind andres - Frauen auch»
